Oaschloch!

In Wien ist das Brüllen aus dem Fenster eine gern praktizierte Tätigkeit, die jung und alt gleichermaßen begeistert. „Gusch„-Wünsche, wenn es in der Nachbarschaft etwas lauter wird, sind hier gelebte Tradition. Die Silvesterszene in der Mundl dem Nachbarn Feuerwerk ins Fenster schießt und dafür von diesem als „Gsindl“ und „Bagage“ betitelt wird, ist legendär.

Nachdem Italien im ersten Corona-Lockdown sich als Trendsetter hervorgetan hatte und Nachbarn gemeinsam, eingesperrt in ihren Wohnungen, von Fenstern und Balkonen aus musizierten, hatte jemand die Idee gehabt dieses erfolgreiche Konzept auch in Österreich zu implantieren. Das Video eines Balkonkonzerts in Wien zeigt einen Mann der aus dem Fenster singt, während aus dem Off die Stimme einer Anrainerin zu hören ist, die von seinen Gesangskünsten nur mäßig begeistert scheint und ihm zubrüllt „Ruhe! So schen is des net!“ (Ruhe! So schön ist das nicht!)

Der Anrainer ist in Wien Richter und Henker zugleich und lässt sich seine Tätigkeit auch nicht von Terroristen vergällen. Als am 2.11.2020 einer der Schützen mit Langwaffe durch die Gassen des Bermudadreiecks rannte, konnte man die Stimme eines furchtlosen Anrainers vernehmen, der dem Terroristen „Du Oaschloch!“ entgegenschmetterte.

Wien bleibt renitent! Foats in Oasch!